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Die Byzantinistik beschäftigt sich mit Geschichte, Kultur und Literatur des zunächst oströmischen, später dann - ab dem 6. Jahrhundert - gräzisierten und heute als "byzantinisch" bekannten Reiches. Die Bezeichnung "Byzantinistik" ist eine neuzeitliche Schöpfung, die auf den antiken Namen der Stadt Konstantinopel, Byzantion, zurückgeht. Der Beginn des byzantinischen Reiches ist nicht exakt festzulegen und wird zwischen 330 (der Einweihung der Stadt als Hauptresidenz des römischen Reiches) und dem 7. Jahrhundert angesetzt. Geographisch greift es im 6. Jahrhundert bis nach Italien, Ostspanien und Nordafrika aus und vermag in den folgenden Jahrhunderten trotz großer Gebietsverluste (an Araber, Slawen, Bulgaren) eine führende Stellung auf dem Balkan und in Kleinasien bis ins 12. Jahrhundert hinein zu bewahren. Unumstritten ist der Endpunkt im Jahr 1453, der durch den Fall der Stadt Konstantinopel an die Osmanen markiert wird. Kulturell lassen sich die Einflüsse von Byzanz bis weit ins Heilige Römische Reich im Westen, Russland und die Balkanländer im Norden sowie Armenien und Georgien im Osten nachweisen.

Das Fach Byzantinistik ist in besonderem Maße für interdisziplinäre Kontakte prädestiniert, sowohl von altertumswissenschaftlicher, als auch von westlich-mediävistischer, slawistischer und islamwissenschaftlicher Seite her. Als mittelalterliche kulturwissenschaftliche Disziplin umfasst die Byzantinistik in Köln sowohl Geschichte, Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte als auch Philologie und Literaturwissenschaft.

Byzantinistik kann in Köln im Bachelorstudium in Verbindung mit Griechischer Philologie und im Masterstudium als eigenständige Studienrichtung innerhalb des Verbundstudienganges Antike Sprachen und Kulturen (ASuK) studiert werden. Darüber hinaus bildet das Fach eine mögliche Schwerpunktdisziplin im interdisziplinären Masterstudiengang Mittelalterstudien.

Pro Semester werden in der Regel acht bis zehn Lehrveranstaltungen mit einem breiten Themenspektrum angeboten, teilweise in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Fächern (Archäologie, Kunstgeschichte, Alte und Mittelalterliche Geschichte, Mittelalterstudien, Klassische Philologie, Historische und Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung und andere). Ein Schwerpunkt liegt auf den sogenannten Hilfswissenschaften (Sigillographie, Numismatik, Paläographie, Papyrologie). Dazu kommen regelmäßig Exkursionen, Ausstellungs- und Bibliotheksbesuche, Gastvorträge, Workshops und Kolloquien. Kurse zur neugriechischen Sprache und Literatur sowie zur Landeskunde Griechenlands werden in regelmäßigen Zyklen unterrichtet.

Kölner Studierende der Byzantinistik können im Rahmen des ERASMUS-Programms Studienaufenthalte und Praktika an ausländischen Partner-Universitäten absolvieren. Derzeit sind Studienaufenthalte an Universitäten in Athen, Bologna, Ioannina, Nikosia, Rom, Thessaloniki sowie an weiteren Universitäten über das Institut für Altertumskunde möglich. Weitere Informationen: https://www.portal.uni-koeln.de/erasmus_abroad.html und bei Prof. Dr. Claudia Sode (claudia.sode(at)uni-koeln.de). Fortgeschrittene Studierende und Promovenden können im Rahmen von Austauschprogrammen mit Partner-Universitäten in Thessaloniki, Istanbul und Sofia Forschungsaufenthalte realisieren. In Forschung und Lehre bestehen internationale Kontakte mit Griechenland, der Türkei, Italien, Bulgarien, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, den USA und China.

An der Universität zu Köln ist die Byzantinistik dem Zentrum für Mittelalterstudien und dem Zentrum für die antiken Kulturen des Mittelmeerraums und weiteren interdisziplinären Formaten angeschlossen. Außerdem ist die Byzantinistik derzeit an einem DFG-Graduiertenkolleg (GRK 1878) zum Thema „Archäologie vormoderner Wirtschaftsräume" (http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/215677325) beteiligt.